Change Management für nachhaltige Mobilität

Was hat Change Management mit nachhaltiger Mobilität zu tun? Diese Frage werden Sie sich vermutlich gerade stellen. Eine ausführliche Antwort darauf geben wir Ihnen in diesem Beitrag. Die kurze Antwort lautet: Change Management hat sehr viel mit nachhaltiger Mobilität zu tun! Warum das so ist, dass erläutern wir Ihnen nachfolgend.

Inhaltsverzeichnis:

Definition Change Management

Change Management – zu deutsch das Veränderungsmanagement – ist das aktive Managen von Veränderungen in Unternehmen und Organisationen. Ziel des Change Management ist es, Veränderungsprozesse gezielt und aktiv zu planen, zu begleiten und zu steuern, um so von einem Ausgangszustand hin zu einem gewünschten Zielzustand zu gelangen. Das ist umso wichtiger, je tiefgreifender die Veränderungen in Unternehmen sind und je mehr sie das Verhalten und Handeln von Mitarbeiter*innen beeinflussen.

Gutes Veränderungsmanagement hat daher sehr viel mit dem Erkennen und Verstehen von individuellen Ängsten, Bedürfnissen und Erwartungen, Information, Mitnahme sowie dem Schaffen von Konsens zu tun.

Die Rolle von Change Management bei nachhaltiger Mobilität

Wenn man über nachhaltige Mobilität spricht, dann muss man auch über Change Management sprechen. Denn der Umstieg auf nachhaltige Mobilität ist ein tiefgreifender Veränderungsprozess, der auch das persönliche Mobilitätsverhalten von Mitarbeiter*innen mehr oder weniger stark beeinflusst – gerade wenn es um das Thema Pendeln und Dienstwagen geht. Das wird bei der Planung und Umsetzung von nachhaltigen Mobilitätsangeboten für Mitarbeiter*innen leider oftmals vergessen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass viele nachhaltige Mobilitätsangebote von Unternehmen mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen haben oder deren Nutzung hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Deshalb ist es enorm wichtig, gerade die zukünftigen Nutzer*innen frühzeitig mitzunehmen und in Entscheidungen einzubinden, um die notwendige Akzeptanz für nachhaltige Mobilitätslösungen zu schaffen. Das erhöht maßgeblich den Erfolg dieser Projekte. Folglich sollte Change Management ein integraler Bestandteil bei dem Umstieg auf nachhaltige Mobilität sein.

Gründe für Change Management bei nachhaltiger Mobilität

Es gibt gute Gründe, warum Change Management ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Umstellung auf nachhaltige Mobilität ist. Die drei wichtigsten Gründe haben wir Ihnen nachfolgend zusammengefasst:

Sichtbarkeit

Mit Change Management geben Sie dem Umstieg auf nachhaltige Mobilität die notwendige Sichtbarkeit und Management Attention, die es für einen erfolgreichen Umstieg braucht.

Nutzerakzeptanz

Die Nutzerakzeptanz ist der wohl wichtigste Erfolgsfaktor für den Umstieg auf nachhaltige Mobilität. Durch umsichtiges Change Management erhöhen Sie maßgeblich die Akzeptanz der zukünftigen Nutzer*innen für nachhaltige Mobilitätsangebote und stellen sicher, dass das Angebot angenommen und genutzt wird. Das geschieht durch Mitnahme sowie Einbindung ihrer Mitarbeiter*innen im Veränderungsprozess und bei der Gestaltung der Angebote. Insbesondere durch das Eingehen auf Ängste und Bedürfnisse tragen Sie zur Steigerung der Nutzerakzeptanz bei.

Change Management E-Moped
E-Moped statt Pkw für den Arbeitsweg: Ein Fall für Change Management (Bild: e-bility GmbH)

Fehler und Aufwand vermeiden

Ein effektives Veränderungsmanagement hilft Ihnen, Fehler und unnötigen Aufwand – sprich Ressourcen, Zeit und Kosten – zu vermeiden. Oftmals werden Planungsfehler oder falsche Annahmen erst im Dialog mit den zukünftigen Nutzer*innen sichtbar. Ein erfolgreiches Change Management hilft Ihnen dabei, diese Hürden frühzeitig zu erkennen, sodass Fehler rechtzeitig bemerkt und korrigiert werden können.

Worauf Sie beim Change Management für nachhaltige Mobilität achten sollten, dass erfahren Sie im nächsten Kapitel.

Fünf Tipps für das Change Management von nachhaltiger Mobilität

Damit der Umstieg auf nachhaltige Mobilität reibungslos gelingt, haben wir Ihnen fünf Tipps für das erfolgreiche Change Management zusammengestellt.

Beim Bedarf anfangen

Wir können es nicht oft genug wiederholen: Fangen Sie beim Mobilitätsbedarf an! Dieser ist der Grundstein für nachhaltige Mobilität. Nur wenn man seinen Bedarf wirklich kennt, kann Mobilität nachhaltig gestaltet werden. Dazu gehört auch, den Bedarf und die Bedürfnisse möglichst aller Mitarbeiter*innen zu kennen. Wie kommen diese derzeit zur Arbeit? Wie lang ist ihr täglicher Arbeitsweg? Können sie sich vorstellen, andere Verkehrsmittel zu nutzen? Genau hier fängt der Change Prozess an.

Früh kommunizieren & einbinden

Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil für erfolgreiches Veränderungsmanagement – das gilt auch für den Umstieg auf nachhaltige Mobilität. Je früher Sie damit anfangen, desto besser. Kommunizieren Sie proaktiv und transparent. Sprechen Sie über Ihre Vision und warum sie auf nachhaltige Mobilität umsteigen möchten. Und: Binden Sie so früh wie möglich die zukünftigen Nutzer*innen mit in den Prozess ein – auch bei Entscheidungen. Kommunikation ist bidirektional und gerade die Aufnahme von Feedback ist ein wichtiger Teil davon. Das schafft Akzeptanz für ein nachhaltiges Mobilitätsangebot.

Nachhaltigkeit beginnt im Kopf

Sie können noch so nachhaltige Mobilitätsangebote für Ihre Mitarbeiter*innen schaffen – wenn diese nicht von den Vorzügen überzeugt sind, werden sie das Angebot auch nicht nutzen. Information und Austausch sind hier die Schlüsselworte. Informieren Sie gezielt über die Vorteile des Angebotes und gehen Sie auf mögliche Bedenken ein. Versuchen Sie zu verstehen, warum Mitarbeiter*innen das Angebot ablehnen – nach Möglichkeit noch vor der Einführung. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass hier hybride Formate der Beteiligung, wie offene Diskussionsrunden kombiniert mit anonymen Umfragen, den meisten Erfolg bringen. Auch Testangebote und Probefahrten können Skeptiker*innen von den Vorteilen nachhaltiger Mobilität überzeugen.

Sie können es nicht allen Recht machen

Es wird Mitarbeiter*innen geben, welche partout nicht von den Vorteilen nachhaltiger Mobilität zu überzeugen sind und ihr Mobilitätsverhalten auch nicht ändern werden. Das Einzige, was Sie hier sinnvoll tun können, ist das zu akzeptieren. Selbstverständlich können Sie Vorgaben für die Nutzung nachhaltiger Verkehrsmittel auf Dienstreisen oder für den nächsten Dienstwagen machen – das war es dann aber auch. Stattdessen sollten Sie Mitarbeiter*innen, welche umweltfreundliche Mobilität auch auf dem Arbeitsweg und privat nutzen, durch monetäre und nicht-monetäre Anreize belohnen. Das lässt sich beispielsweise recht einfach mit einem digitalen Mobilitätsbudget umsetzen.

Nachhaltige Mobilität braucht Zeit

Die Umstellung auf nachhaltige Mobilität ist ein Prozess – und dieser braucht Zeit. Nehmen Sie sich diese Zeit und überstürzen Sie nichts. Sie müssen nicht von heute auf morgen Ihren ganzen Fuhrpark auf Elektromobilität umstellen, alle Parkplätze mit Ladestationen ausrüsten und in jedes Poolfahrzeug Sharing-Technologie verbauen. Fangen Sie im Kleinen an und führen Sie Ihre Mitarbeiter*innen langsam an das Thema nachhaltige Mobilität heran – zum Beispiel über Jobtickets, Jobräder, Carsharing für Dienstreisen oder Mitfahr-Apps und Carpooling. Damit haben Sie die Chance, langfristig und nachhaltig das Mobilitätsverhalten von Mitarbeiter*innen positiv zu beeinflussen und Ihre Ziele zu erreichen – genau darum geht es beim Change Management.

Dienstfahrrad
Mit dem Fahrrad zur Arbeit? Das braucht die richtigen Argumente und Überzeugungsarbeit (Bild: JobRad GmbH)

Fazit: Nachhaltige Mobilität nicht ohne Change Management

Der vermutlich größte Erfolgsfaktor für den Umstieg auf nachhaltige (betriebliche) Mobilität ist die Nutzerakzeptanz: Denn was bringt das nachhaltigste Mobilitätsangebot, wenn es die Mitarbeiter*innen ablehnen und nicht nutzen? Nachhaltige Mobilität erfordert insbesondere ein Umdenken und Verändern des persönlichen Mobilitätsverhaltens – doch das ist einfacher gesagt als getan. Über kaum ein Thema wird in diesem Kontext so emotional debattiert wie über den geliebten eigenen Pkw und dessen potenzielle Abschaffung. In der Folge herrschen bei vielen potenziellen Nutzer*innen Unwissenheit, Vorurteile, Vorbehalte und folglich Ablehnung gegenüber nachhaltigen Mobilitätslösungen vor.

Umso wichtiger ist es, diesen Veränderungsprozess aktiv zu planen, zu begleiten und zu steuern. Und genau das macht ein umfassendes Change Management. Es sorgt dafür, dass die zukünftigen Nutzer*innen frühzeitig informiert, eingebunden und mitgenommen, ihre Bedürfnisse und Ängste verstanden und Vorbehalte sowie Hürden aus dem Weg geräumt werden. Dadurch wird die Nutzerakzeptanz gesteigert sowie vermeidbare Fehler und Aufwände vermieden. Aus diesem Grund sollte ein Umstieg auf nachhaltige Mobilität nicht ohne ein eingehendes Change Management erfolgen.

Bei Fragen, Feedback und Anregungen zum Change Management für den Umstieg auf nachhaltige Mobilität freuen wir uns über Kommentare oder eine persönliche Kontaktaufnahme. Gerne unterstützen wir Sie mit einer Mobilitätsbedarfsanalyse oder begleiten Sie als externe Change Manager in diesem Prozess.

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