Carsharing für Unternehmen: der flexiblere Dienstwagen-Fuhrpark?

Der Carsharing-Markt in Deutschland und Europa wächst kontinuierlich. Alleine in Deutschland stehen zurzeit mehr als 26.000 Carsharing-Fahrzeuge in über 850 Städten und Gemeinden zur Verfügung – europaweit sind es schätzungsweise über 105.000 Fahrzeuge. Das macht Carsharing auch für Unternehmen interessant! Den Beweis liefert cambio: 45 Prozent aller Fahrten von Deutschlands zweitgrößtem stationsbasierten Carsharing-Anbieter sind berufliche Fahrten. Ob sich Carsharing für Unternehmen lohnt, welche Vor- und Nachteile Carsharing für Unternehmen hat, welche Varianten von Carsharing es gibt und was Carsharing kostet, erfahren Sie im nachfolgenden Beitrag.

Carsharing in Deutschland in Zahlen

Quelle: Bundesverband CarSharing e.V. (Stand 01.Januar 2021)

2.874.400

Nutzer*innen

26.220

Fahrzeuge

855

Standorte

228

Anbieter

Definition Carsharing

Carsharing oder zu Deutsch „Autoteilen“ ist die organisierte, gemeinschaftliche Nutzung von Kraftfahrzeugen – genauer gesagt Personenkraftwagen (Pkw) – auf Basis einer Rahmenvereinbarung oder rahmenvertraglichen Regelung. So definieren es der Bundesverband CarSharing e.V. (bcs) und der deutsche Gesetzgeber im Carsharinggesetz (CsgG). Vereinfacht ausgedrückt ist Carsharing also das Teilen von einem oder mehreren PKW – üblicherweise gegen ein Nutzungsentgelt. Die Carsharing-Nutzung wird dabei nach einem Zeit- und/oder Kilometertarif berechnet, welcher Energiekosten und fahrleistungsabhängige Betriebskosten einschließt.

Carsharing-Varianten im Überblick

Carsharing ist nicht gleich Carsharing. Vermutlich haben Sie schon einmal von stationsbasierten und Free-Floating Carsharing gehört. Doch was ist kombiniertes Carsharing und wann spricht man von Corporate Carsharing oder P2P-Carsharing? Damit Sie nicht den Überblick verlieren, erläutern wir Ihnen nachfolgend die verschiedenen Varianten von Carsharing für Unternehmen.

Stationsbasiertes Carsharing

Bei stationsbasierten Carsharing befinden sich die Carsharing-Fahrzeuge an festgelegten Stationen. Möchten Sie ein stationsbasiertes Carsharing-Auto buchen, so wählen Sie schon während des Buchungsvorgangs die jeweilige Station des Fahrzeuges aus. An dieser Station holen Sie dann ihr gebuchtes Fahrzeug ab und bringen es nach der Fahrt auch wieder dorthin zurück. Man spricht daher im Englischen auch von „round-trip carsharing“.

Das stationsbasierte Carsharing eignet sich insbesondere für regelmäßige, planbare und auch längere Dienstfahrten, denn Sie können stationsbasierte Carsharing-Fahrzeuge für einen gewünschten Zeitraum meist mehrere Wochen im Voraus kostenfrei reservieren. Abgerechnet wird bei stationsbasierten Carsharing üblicherweise pro angefangene Stunde und pro gefahrenen Kilometer. Buchen Sie ein Fahrzeug für mehr als 24 Stunden oder für eine ganze Woche, so gelten in der Regel automatisch günstigere Tages- und Wochenpreise. Gerade wenn Sie länger unterwegs sind, ist das stationsbasierte Carsharing verglichen mit Free-Floating Carsharing die preisgünstigere Carsharing-Variante.

Elektrisches Carsharing mit Mobilitätsbudget
So kann stationsbasiertes Carsharing für Unternehmen aussehen: nachhaltig & umweltfreundlich (Bild: Deutsche Bahn AG / Timo Volz)

Free-Floating Carsharing

Das Free-Floating Carsharing oder auch stationsunabhängige Carsharing ist – wie der Name schon sagt – nicht an eine feste Carsharing-Station gebunden. Free-Floating Carsharing-Fahrzeuge können überall in dem definierten Geschäftsgebiet eines Carsharing-Anbieters abgestellt werden – sie bewegen sich sozusagen frei innerhalb dieses Gebietes. Im englischsprachigen Raum wird daher oft auch der Begriff „One-way carsharing“ verwendet. Möchten sie ein Free-Floating-Carsharing-Fahrzeug buchen, so wählen Sie über die App des Carsharing-Anbieters das nächste verfügbare Fahrzeug in Ihrer Umgebung. Dank GPS-Ortung finden Sie Ihr gebuchtes Carsharing-Fahrzeug dann dort, wo es der oder die letzte Nutzer*in geparkt hat.

Anders als beim stationsbasierten Carsharing können Free-Floating Fahrzeuge jedoch nicht kostenfrei im Voraus für bestimmte Zeiträume gebucht werden. In der Regel ist es nur möglich, Fahrzeuge für bis zu 15 oder 30 Minuten vor Fahrtantritt kostenlos zu reservieren – ein entscheidender Nachteil gerade für dienstliche Fahrten. Die Fahrtkosten einschließlich Zwischenstopps werden beim Free-Floating Carsharing von den meisten Anbietern normalerweise pro Minute abgerechnet und sind auf einen maximalen Tages- oder Wochenpreis gedeckelt. Standardmäßig sind dann pro Buchung je nach Anbieter unterschiedlich viele Inklusiv-Kilometer enthalten – zusätzliche Kilometer werden extra berechnet. Weiterhin wird von vielen Free-Floating-Anbietern eine kleine Gebühr pro Fahrt verlangt.

Im Gegensatz zum sehr planbaren stationsbasierten Carsharing eignet sich Free-Floating Carsharing für Unternehmen eher, um spontane und kürzere Dienstfahrten innerhalb des Stadtgebietes oder der näheren Umgebung zu tätigen. Die Flexibilität und höhere Verfügbarkeit des Angebotes hat seinen Preis: Gerade bei längeren Fahrten schneidet das stationsbasierte Carsharing-Angebot in den meisten Fällen günstiger ab. Einschränkend kommt hinzu, dass Free-Floating Carsharing-Angebote überwiegend in größeren Städten wie Berlin, München, Hamburg oder Köln zu finden sind.

Elektrisches Free-Floating Carsharing für Unternehmen
Free-Floating Carsharing für Unternehmen funktioniert auch 100 % elektrisch (Bild: WeShare Berlin)

Kombiniertes Carsharing

Das kombinierte Carsharing stellt eine Mischform von stationsbasierten und Free-Floating Carsharing dar. So ist es bei einigen Anbietern möglich, Carsharing-Fahrzeuge an einer festen Station abzuholen und sie bei Fahrtende an einer anderen Station oder an beliebiger Stelle im Geschäftsgebiet des Anbieters wieder abzustellen. Das beinhaltet zum Beispiel auch das Abstellen in einer anderen Stadt des Anbieters. Vielfach bezeichnet der Begriff kombiniertes Carsharing aber auch einfach nur, dass ein Carsharing-Anbieter seinen Nutzer*innen beide Carsharing-Varianten anbietet. Solch ein kombiniertes Carsharing-Angebot bietet Unternehmen den Vorteil, dass sie mit einem Vertrag beide Varianten nutzen und zugleich flexibel auf ihren Bedarf reagieren können.

Corporate Carsharing

Der Begriff Corporate Carsharing wird kommerziell sehr unterschiedlich genutzt – eine einheitlich angewendete Definition von Corporate Carsharing gibt es daher nicht. Grundsätzlich beschreibt Corporate Carsharing aber übergreifend die betriebliche Nutzung von Carsharing. In der Praxis finden insgesamt drei Begriffsbestimmungen von Corporate Carsharing Anwendung:

  1. Die exklusive Bereitstellung von Carsharing-Fahrzeugen für ein Unternehmen durch einen Carsharing-Anbieter
  2. Die Nutzung des öffentlichen Carsharing-Angebotes von Unternehmen zu Geschäftskunden-Tarifen
  3. Das Carsharing mit firmeneigenen Fahrzeugen

Bei der ersten Corporate Carsharing Definition – welche auch wir verwenden – stellt ein Carsharing-Anbieter einem Unternehmen dedizierte Carsharing-Fahrzeuge als Dienstleistung zur alleinigen 24/7-Nutzung am Firmenstandort bereit. Die Fahrzeuge sind somit quasi ein Teil des Firmen-Fuhrparks. Als Unternehmen zahlen Sie dafür einen monatlichen Fixpreis pro Fahrzeug – exklusive Tanken und Selbstbeteiligung im Schadensfall. Die Fahrzeuge sind vollständig mit Sharing-Telematik ausgestattet und können über eine vom Carsharing-Anbieter bereitgestellte App-Anwendung von Mitarbeiter*innen gebucht und geöffnet werden. Darüber hinaus kümmert sich der Carsharing-Anbieter als Halter der Fahrzeuge oftmals im Full-Service um das gesamte Fahrzeug-Management und leistet Support für Nutzer*innen bei Buchungsproblemen oder bei Unfällen und Pannen.

Ein solches Rundum-sorglos-Carsharing-Paket nimmt Ihnen als Unternehmen viel Arbeit ab – dies hat aber natürlich auch seinen Preis. Diese Variante des Corporate Carsharings lohnt sich daher in erster Linie für Unternehmen, welche Aufwand und Größe des eigenen Fuhrparks reduzieren möchten oder öffentliche Carsharing-Fahrzeuge bereits sehr intensiv nutzen und somit eine hohe Auslastung der Corporate Carsharing-Fahrzeuge gewährleisten können. Alternativ bieten Ihnen einige Carsharing-Anbieter auch die Möglichkeit, die bereitgestellten Fahrzeuge nach Feierabend und am Wochenende für das öffentliche Carsharing oder Privatfahrten von Mitarbeiter*innen freizugeben. Um die Verrechnung kümmert sich in diesem Fall auch der Carsharing-Anbieter. Mit den dadurch erzielten Einnahmen lassen sich wiederum die monatlichen Fixkosten für die Fahrzeugbereitstellung reduzieren.

Von einigen Carsharing-Anbietern wird Corporate Carsharing auch einfach als beschreibender Begriff für die Nutzung des öffentlichen – überwiegend stationsbasierten – Carsharing-Angebots durch Unternehmen verwendet. Um Carsharing für Unternehmen attraktiver zu machen, bieten diese Anbieter oftmals spezielle Business-Tarife sowohl für gelegentliche als auch regelmäßige Dienstfahrten an. Das öffentliche Carsharing-Angebot wird dabei als flexible Ergänzung zum Fuhrpark beworben – und hier liegt auch der entscheidende Unterschied zur ersten Definition: Die Fahrzeuge sind eben nicht ein dauerhaft verfügbarer Teil des Fuhrparks, sondern lediglich eine Ergänzung dessen. Folglich konkurrieren Ihre Mitarbeiter*innen mit anderen Nutzer*innen des öffentlichen Carsharing. Aus diesem Grund verwenden wir für gewerbliche Carsharing-Tarife nicht den Begriff Corporate Carsharing – für uns handelt es sich dabei einfach um (öffentliches) Carsharing.

Das Carsharing mit firmeneigenen Fahrzeugen wird ebenfalls häufig als Corporate Carsharing bezeichnet. Im Grunde genommen handelt es sich dabei aber um eine eigene Form des Carsharing: das Poolcar-Sharing. Vielfach werden diese Begriffe jedoch synonym verwendet – was mitunter zu Verwirrungen führt. Wir grenzen diese Begriffe daher klar voneinander ab.

Poolcar-Sharing

Poolcar-Sharing oder Poolfahrzeug-Sharing bezeichnet ebenfalls eine Form des betrieblich genutzten Carsharing. Wie der Name schon sagt, werden beim Poolcar-Sharing Poolfahrzeuge von Mitarbeiter*innen geteilt – sprich gemeinschaftlich genutzt. Der Hauptunterschied zum Corporate Carsharing ist jedoch, dass Unternehmen – in den meisten Fällen – selbst Halter der Poolfahrzeuge sind und somit sämtliche Fuhrpark- und Halterpflichten tragen. Das Teilen von Poolfahrzeugen ist seit vielen Jahren gängige Praxis in Unternehmen. In der Regel können die Fahrzeuge von Mitarbeiter*innen über ein Kalenderprogramm oder ein separates Buchungssystem reserviert werden. Die Schlüsselausgabe erfolgt meistens zentral über einen Schlüsselkasten oder eine zuständige Person (z. B. Pförtner*in oder Fuhrpark-Mitarbeiter*in).

Diese Form des Poolcar-Sharing ist zwar kostengünstig, dafür aber alles andere als effizient. Oftmals lässt sich der Unternehmens-Fuhrpark durch den Einsatz von Carsharing-Technologie deutlich optimieren. Laut dem Bundesverband CarSharing e.V. können Unternehmen die Anzahl der Fuhrpark-Fahrzeuge um 20 bis 30 Prozent reduzieren. Deshalb verbauen Unternehmen immer öfter auch Carsharing-Technik in ihre Poolfahrzeuge und setzen entsprechende Carsharing-Software ein. Aus einfachen Poolfahrzeugen werden somit Poolcar-Sharing-Fahrzeuge.

Die Vorteile liegen auf der Hand: vereinfachter Buchungsprozess, keine manuelle Schlüsselübergabe, Buchungsoptimierung und erhöhte Auslastung der Poolfahrzeuge. Für die Carsharing-Software zahlen Unternehmen meistens eine monatliche Gebühr pro Mitarbeiter*in und für die Carsharing-Hardware einen Preis pro Fahrzeug – zuzüglich einmaliger Kosten für die Installation und Implementierung. Wir empfehlen Unternehmen, hier auf eine schlüsselfertige Lösung eines Carsharing-Systemanbieters zu setzen – das erspart Ihnen Zeit und Kosten bei dem Verbinden von Technik und Software.

Im direkten Kosten-Vergleich mit Corporate Carsharing ist Poolcar-Sharing auf den ersten Blick die günstigere Carsharing-Variante. Jedoch gleicht der zusätzliche Mehraufwand für das eigenverantwortliche Fuhrpark- und Fahrermanagement nebst Kosten für Versicherungen, Wartungen und Reparaturen diesen Kostenvorteil teilweise aus. Im Endeffekt halten sich beide Carsharing-Varianten kosten- und vorteilsmäßig die Waage. Die Frage ist: Wie viel Arbeit können und wollen Sie selber übernehmen und was ist Ihnen das wert?

Privates Carsharing

Bei privatem Carsharing teilen sich Privatpersonen untereinander ein Fahrzeug. Daher spricht man auch von Peer-to-Peer (P2P) Carsharing. Üblicherweise wird privates Carsharing von Personen untereinander selbst organisiert und auch eine mögliche Bezahlung individuell geregelt. Jedoch gibt es auch kommerzielle Plattform-Betreiber von P2P-Carsharing. In diesem Fall können Privatpersonen ihr Fahrzeug auf einer Plattform listen lassen und andere Privatpersonen können das Fahrzeug dann wiederum über die Plattform buchen.

Der Vorteil für Privatpersonen: Der Plattform-Anbieter kümmert sich um den Buchungsprozess und die Abrechnung von Fahrten. Zusätzlich sind Fahrzeuge während der Buchungsdauer über den Anbieter versichert. Im Gegenzug wird der Plattform-Anbieter für seine Dienstleistung an den Fahrtkosten beteiligt. Grundsätzlich können auch Mitarbeiter*innen von Unternehmen P2P-Carsharing für Dienstfahrten nutzen – aus abrechnungs- und versicherungstechnischen Gründen sollte hier aber auf ein Plattform-Angebot gesetzt werden. Vielfach schließen jedoch die AGB’s solcher Angebote geschäftliche Fahrten von vorneherein aus.

Was kostet Carsharing für Unternehmen?

Diese Frage lässt sich so nicht pauschal beantworten, denn die Kosten von Carsharing für Unternehmen sind tatsächlich sehr individuell. Sie hängen nicht nur von der Art des Carsharings, sondern auch von dem jeweiligen Nutzungsprofil des Unternehmens ab. Stattdessen sollten Sie sich als Unternehmen folgende Frage stellen: Was kostet die Nutzung von Carsharing im Vergleich zu einem Dienstwagen oder Poolfahrzeug bei gleicher jährlicher Fahrleistung? Zwar lässt sich diese Frage immer noch nicht pauschal, jedoch subjektiv von Ihnen als Unternehmen beantworten.

Bevor Sie sich der eigentlichen Fragestellung widmen, sollten Sie sich übrigens Ihrer zukünftigen Mobilitätsstrategie und deren Zielsetzung bewusst sein: Wollen Sie kurz- oder langfristig Kosten einsparen und welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit bei Ihnen?

Damit Sie einen möglichst realistischen Kostenvergleich erhalten, ist es nämlich notwendig, sämtliche Kosten der Mobilität – die Total Cost of Mobility (TCM) – zu betrachten. Die Total Cost of Mobility umfassen im Falle der firmeneigenen Fahrzeuge nicht nur die reinen Fahrzeugkosten, sondern auch zum Beispiel Kosten für Fuhrparkmanagement, Parkflächen, Bereitstellung von Ladeinfrastruktur bei Elektroautos sowie für Treibhausgas-Emissionen. Insbesondere im Hinblick auf das Thema Nachhaltigkeit und die Reduzierung des CO2-Fußabrucks sollten die zukünftigen Kosten von Emissionen nicht außer acht gelassen werden. An dieser Stelle sei gesagt: Wir sind uns bewusst, dass für eine TCM-Betrachtung in der Unternehmens-Praxis oftmals noch benötigte und belastbare Datenquellen fehlen. Unabhängig davon möchten wir Sie trotzdem ermutigen, einen solchen Vergleich anzustellen – auch wenn nur eine unvollständige Datenlage vorliegt.

Kostenvergleich Carsharing vs. Gewerbeleasing

Wie ein Vergleich zwischen öffentlichem Carsharing und einem von der Firma geleasten Fahrzeug aussehen kann, möchten wir Ihnen nun nachfolgend zeigen. Die Grundlage für diesen Vergleich bilden die tatsächlichen Kosten von 14.477 betrieblich zurückgelegten Kilometern und einer Gesamt-Buchungsdauer von 765 Stunden mit einem stationsbasierten Carsharing-Fahrzeug im Zeitraum von einem Jahr. Für die Carsharing-Fahrten im Zeitraum vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019 wurde ausschließlich ein fünftüriger Ford Fiesta mit 75 PS-Benzinmotor und Schaltgetriebe genutzt – ein typisches Carsharing-Fahrzeug der Kleinwagen-Klasse. Die Fahrten wurden über einen Carsharing-Tarif für Geschäftskunden mit monatlicher Grundgebühr und günstigen Zeit- und Kilometerpreisen für regelmäßige Fahrten an Werktagen abgerechnet.

Zum Vergleich haben wir dann die Leasing-Kosten eines baugleichen Ford Fiesta mit Ganzjahresreifen ohne Sonderausstattung für eine typische Gewerbeleasing-Laufzeit von 36 Monaten und einer jährlichen Fahrleistung von 10.000 und 15.000 km – ohne Sonderzahlung – herangezogen. Der Einfachheit halber haben wir zudem ein Leasing-Paket inklusive Sorglos-Paket für Wartung und Verschleiß, Schadenservice und Versicherung (Vollkasko & GAP-Deckung) gewählt. Zu den Leasingraten wurden noch die Kosten für Überführung und Kfz-Steuern über die Laufzeit addiert. Die monatlichen Netto-Fahrzeugkosten können Sie der unten stehenden Tabelle entnehmen.

Für die variablen Kraftstoffkosten wurde der mittlere Netto-Benzinpreis von 120,34 Cent pro Liter für 2019 genommen. Um den Kraftstoffverbrauch des Leasing-Fahrzeuges zu berechnen, haben wir den kombinierten Hersteller-Kraftstoffverbrauch von 4,6 Litern pro 100 km zugrunde gelegt. Nicht berücksichtigt wurden Kosten für das Fuhrparkmanagement wie z. B. Verwaltung, Tankkarten, Führerscheinkontrolle oder Fahrzeugreinigung. Dafür sind die Kosten für Versicherung, Wartung und Verschleiß im Full-Service-Leasing-Paket etwas teurer.

Monatliche Kosten (Netto)10.000 km15.000 km
Leasingraten84,95 €96,83 €
Wartung, Verschleiß, Versicherung, Pannenservice99,53 €101,96 €
Überführung17,64 €17,64 €
Kfz-Steuer (1084 ccm, 104 g/km)3,33 €3,33 €
Gesamt205,46 €219,77 €
Monatliche Netto-Kosten für einen Ford Fiesta im Gewerbeleasing (Quellen: SIXT Leasing, Bundesministerium für Finanzen)

Der Kostenvergleich zeigt: Öffentliches Carsharing kostet weniger als das Gewerbeleasing bei gelegentlichen und regelmäßigen Dienstfahrten mit bis zu 15.000 Kilometern im Jahr. Der Kostenvorteil des öffentlichen Carsharing sind die geringen laufenden Kosten des Angebots – als Unternehmen zahlen Sie nur dann, wenn das Angebot auch wirklich genutzt wird. Monatliche Leasingraten müssen unabhängig von der tatsächlichen Nutzung der Fahrzeuge bezahlt werden. In unserem Fall der geschäftlichen Nutzung lohnt sich die Anschaffung des Leasingfahrzeuges erst ab einer jährlichen Fahrleistung von mehr als 15.000 Kilometern. Sie sehen: ein Kostenvergleich ist sinnvoll! Nachhaltige Mobilitätslösungen wie Carsharing stellen mitunter eine echte Alternative zum klassischen Fuhrpark mit Leasingfahrzeugen dar.

Kostenvergleich Carsharing für Unternehmen vs. Gewerbeleasing
Kostenvergleich von Carsharing und Leasing für Unternehmen (© nabemo)

Was sind die Vorteile von Carsharing für Unternehmen?

Carsharing bietet Unternehmen zahlreiche Vorteile. Welche Vorteile das sind, erläutern wir nachfolgend.

Umweltfreundlich und nachhaltig

Carsharing ist umweltfreundlich und nachhaltig. Laut dem Umweltbundesamt ersetzt ein Carsharing-Auto im Durchschnitt und je nach örtlichen Verhältnissen teilweise bis zu zehn Fahrzeuge. Zudem setzen die meisten Carsharing-Anbieter in ihrem Fuhrpark auf emissionsarme und flächensparende Fahrzeuge – das beweist auch das Umweltzeichen Blauer Engel für umweltfreundliches Carsharing. Statt leistungsstarken Mittel- und Oberklasse-Limousinen kommen sparsame Klein- und Kompaktwagen zum Einsatz.

Flexiblere Fahrzeugauswahl als im Fuhrpark

Vom kleinen Cityflitzer über den sparsamen Kleinwagen, den Kompaktklasse-Kombi, die komfortable Mittelklasse-Limousine bis zum geräumigen Van mit neun Sitzen oder einem Transporter – die Carsharing-Fahrzeugauswahl ist vielseitig. Die meisten Carsharing-Anbieter haben Fahrzeuge für fast jeden Anwendungsfall im Angebot. Ihr Vorteil: Sie haben jederzeit die passenden Fahrzeuge auf Abruf – und zwar nur dann, wenn Sie diese auch wirklich benötigen.

Corporate Carsharing für Unternehmen
So kann Carsharing für Unternehmen aussehen (Bild: stadtmobil CarSharing)

Optimale Ergänzung zu ÖPNV und Fernverkehr

Eine perfekte Ergänzung: In Kombination mit dem öffentlichen Verkehr spielt Carsharing seine Stärken voll aus. Denn in puncto Nachhaltigkeit hat die Bahn zwar fast immer die Nase vorne, doch bis zur gewünschten Zieladresse fährt sie oftmals nicht direkt. Diese Lücke füllt Carsharing. Daher befinden sich Carsharing-Stationen sehr häufig in der Nähe von Bahnhöfen und Haltestellen. Gerade auf längeren inländischen Dienstreisen fährt es sich günstiger, umweltfreundlicher und bequemer mit der Bahn. Ist der Zielbahnhof erreicht, fahren Sie einfach mit dem öffentlichen Carsharing bis zur gewünschten Zieladresse – das lohnt sich insbesondere dann, wenn Sie vor Ort mehrere Adressen für Termine ansteuern müssen.

Flächendeckende Verfügbarkeit

Öffentliches Carsharing ist in Deutschland fast flächendeckend verfügbar. In mehr als 850 Städten und Kommunen finden Unternehmen Carsharing-Angebote von fast 230 Anbietern. Und wenn vor Ort kein Carsharing-Anbieter vorhanden ist, dann gibt es immer noch die Möglichkeit, Corporate Carsharing oder ein Poolcar-Sharing-Angebot an seinem Unternehmensstandort bereitzustellen.

Weniger Aufwand für Inspektion, Reifenwechsel, Wartung und Reparatur

Beim öffentlichem Carsharing und bei den meisten Corporate Carsharing-Angeboten müssen Sie sich nicht mehr um die Organisation von Inspektionen, Reifenwechseln, Wartungen und Reparaturen kümmern. Das übernimmt der Carsharing-Anbieter automatisch und die umgelegten Kosten sind in den Fahrtkosten bereits enthalten. Sie sparen dadurch im Endeffekt Zeit und – durch die auf alle Nutzer*innen verteilten Kosten – auch Geld.

Halterverantwortung liegt beim Carsharing-Anbieter

Als Unternehmen sind Sie für gewöhnlich der Halter der firmeneigenen Fahrzeuge. Daher sind Sie üblicherweise auch für die Erfüllung der Halterpflichten verantwortlich. Dazu gehört zum Beispiel die regelmäßige Überprüfung der gültigen Fahrerlaubnis der Fahrer*innen. Das beansprucht Zeit und verursacht Kosten im Fuhrpark – gerade bei geteilten Fahrzeugen. Beim öffentlichen Carsharing und Corporate Carsharing sind Sie nicht der Fahrzeughalter. Folglich liegt auch die Halterverantwortung und der Aufwand beim Anbieter des Carsharings.

Versicherungsschutz, Pannen- und Schadensservice inklusive

Kein Versicherungsvergleich mehr: Um die Kfz-Versicherung müssen Sie sich beim öffentlichen Carsharing und Corporate Carsharing keine Gedanken mehr machen. Teil- und Vollkasko sowie Kfz-Haftpflichtversicherung sind im Carsharing-Tarif und im Corporate Carsharing-Paket bereits enthalten. Das spart Zeit und Kosten – hat aber auch seinen Preis: Die Selbstbeteiligung im Schadensfall ist meistens recht hoch. Bei einem Unfall oder einer Panne leistet der Carsharing-Anbieter über seine Hotline schnelle Hilfe. Abschleppdienst, Ersatzmobilität und das Schadensmanagement gehören ebenfalls zum Service Carsharing-Anbieters dazu.

Effizientere Fahrzeugauslastung und Reduzierung der Fuhrparkgröße

Carsharing ist effizient: Durch Carsharing lassen sich ineffiziente Fahrzeuge im Fuhrpark ersetzen. Dank effizienter Fahrzeugauslastung kann mithilfe von Corporate Carsharing und Poolcar-Sharing die Anzahl der Fuhrpark-Fahrzeuge um 20 bis 30 Prozent reduziert werden. Bei Unternehmen mit nur wenigen Fahrzeugen sowie gelegentlichen Dienstfahrten und jährlichen Fahrleistungen von weniger als 10.000 Kilometern kann eine Reduzierung der Flottengröße auf null Fahrzeuge und der vollständige Umstieg auf Carsharing sogar Sinn machen.

Maximale Transparenz – Fahrtenbuch inbegriffen

Carsharing bietet Unternehmen eine optimale Kostentransparenz für dienstliche Fahrten. Die Fahrzeugnutzung wird im öffentlichen Carsharing nach tatsächlicher Mietdauer und/oder Fahrleistung abgerechnet – die Nutzungspreise sind vertraglich festgelegt. Am Ende des Monats erhalten Sie in der Regel eine gesammelte Rechnung über alle Fahrten Ihrer Mitarbeiter*innen. Die einzelnen Fahrtkosten lassen sich somit ganz einfach den jeweiligen Personen und Kostenstellen zuordnen.

Dank elektronischer Buchung lassen sich Fahrtzeiten und zurückgelegte Strecken jederzeit in der Buchungshistorie einsehen. Die meisten Carsharing-Anbieter stellen Unternehmen dazu ein Dashboard zur Verfügung. Den gleichen Umfang bieten auch die Anbieter von Corporate Carsharing und Poolcar-Sharing-Lösungen. Dank digitalen Fahrtenbuch haben Sie auch hier alle Fahrten im Überblick. Beim Corporate Carsharing sind die Kosten übrigens noch transparenter: Bis auf Tanken ist hier alles im monatlichen Preis inbegriffen.

Geringe Fixkosten dank „Pay-per-use“

Die Fixkosten für das öffentliche Carsharing sind vernachlässigbar im Vergleich zu den Kosten für Leasingfahrzeuge und das eigene Fuhrparkmanagement. Wenn Sie Carsharing nicht nutzen, dann müssen Sie – außer bei Tarifen mit monatlicher Grundgebühr – auch nichts dafür bezahlen. Bei firmeneigenen Fahrzeugen funktioniert das nicht: Laufende Kosten für das Fahrzeug wie die Leasingraten und Versicherungsgebühren müssen auch bei Nichtnutzung weiterhin beglichen werden.

Liquiditätsschonend und Bilanzoptimierend

Dank der geringen Fixkosten wird die Liquidität geschont. Zudem werden Eigenkapital und der Kreditrahmen – anders als bei eigenen Fahrzeugen – nicht belastet. Wird das Carsharing ausschließlich betrieblich genutzt, so können die Nutzungskosten in voller Höhe als Betriebsausgaben steuerlich geltend gemacht werden.

Carsharing reduziert Kosten und spart Zeit

Werden Firmenfahrzeuge nur gelegentlich genutzt und ist die Fahrleistung pro Fahrzeug gering, so verursachen diese Fahrzeuge in erster Linie Kosten. Diese Kosten können Sie mit Carsharing reduzieren. Dank „Pay-per-Use“, geringer Fixkosten und verteilter Nutzungskosten lohnt sich der Umstieg von Gewerbeleasing auf öffentliches Carsharing sogar bis zu einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern – das zeigt unser Kostenvergleich.

Darüber hinaus sparen Unternehmen beim Umstieg auf öffentliches und Corporate Carsharing auch indirekte Kosten für die eigene Verwaltung und das Fuhrparkmanagement. Diese Aufgaben übernimmt der Carsharing-Anbieter für Sie. Mithilfe von Carsharing-Technologie und -Software werden auch beim Poolcar-Sharing die Prozesse im Fuhrpark effizienter und die Fahrzeugauslastung erhöht. Dadurch kann möglicherweise die Fuhrparkgröße und benötigte Parkflächen reduziert, Zeit eingespart und wiederum Kosten eingespart werden. Wie Sie sehen, gibt es verschiedene Möglichkeiten wie Carsharing für Unternehmen Kosten reduzieren kann.

Welche Nachteile hat Carsharing für Unternehmen?

Carsharing hat für Unternehmen keine Nachteile – das zu behaupten wäre provokativ. Dennoch sind wir der Meinung, dass die Nutzung von Carsharing für Unternehmen bei vorheriger, gründlicher Evaluation nur Vorteile hat. Was jedoch zugegeben werden muss, ist die Tatsache, dass Carsharing ein paar Einschränkungen hat. Diese Einschränkungen wollen wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten.

Eingeschränktes Angebot auf dem Land

Carsharing auf dem Dorf? Ja, auch das gibt es! Von den 855 Städten und Gemeinden in ganz Deutschland mit einem öffentlichen Carsharing-Angebot haben 466 Kommunen weniger als 20.000 Einwohner. Aber oftmals ist die Anzahl der Carsharing-Fahrzeuge bei ländlichen Angeboten begrenzt. So stehen häufig nur ein oder zwei Fahrzeuge für die Nutzer*innen zur Verfügung. Für gelegentliche Dienstfahrten kann das ausreichen, für Unternehmen mit einem höheren Mobilitätsbedarf aber nicht. In solchen Fällen ist Corporate Carsharing oder Poolcar-Sharing eine gute Alternative.

Nicht direkt vom Schreibtisch ins Auto

Die vermutlich größte Einschränkung von öffentlichem Carsharing: Das nächste verfügbare Carsharing-Fahrzeug befindet sich sowohl bei stationsbasierten als auch bei Free-Floating Carsharing meistens nicht direkt vor der Bürotür. Folglich müssen Sie hier einen zusätzlichen Weg zu Fuß, mit dem E-Scooter, mit Ride-Hailing oder dem Bus in Kauf nehmen. Bei Corporate Carsharing und Poolcar-Sharing haben Sie diese Einschränkung nicht. Hier stehen die Fahrzeuge wie gewohnt vor der Bürotür.

Kein Ersatz für privat genutzten Dienstwagen

Carsharing ersetzt keinen Dienstwagen, der täglich privat und dienstlich genutzt wird. Für viele Arbeitnehmer*innen ist der Dienstwagen ein attraktiver Gehaltsbestandteil und Statussymbol, den sie nur ungern abgeben möchten. Hier Mitarbeiter*innen davon zu überzeugen, den Dienstwagen abzugeben und stattdessen nur Carsharing zu nutzen, ist eine Herausforderung. Dennoch gibt es Alternativen wie zum Beispiel ein flexibles digitales Mobilitätsbudget. Statt einem Dienstwagen erhalten Mitarbeiter*innen ein monatliches Guthaben, welches Sie je nach Bedarf für ein Auto-Abo, Carsharing, den ÖPNV oder andere Mobilitätsangebote nutzen können.

Im Überblick: Carsharing-Anbieter für Unternehmen in Deutschland

In Deutschland gibt es zurzeit rund 230 Anbieter von öffentlichem Carsharing. Der Großteil dieser Anbieter bietet stationsbasiertes Carsharing an. Etwa die Hälfte der Carsharing-Anbieter hat Carsharing-Tarife für Unternehmen im Angebot. Lösungen für Corporate Carsharing und Poolcar-Sharing bieten nur einige wenige Carsharing-Betreiber an. Darüber hinaus gibt es noch Systemanbieter mit Software- und Hardware-Lösungen für das Poolcar-Sharing. Eine Auswahl dieser Anbieter haben wir nachfolgend zusammengestellt:

Stand 18.08.2021

Fazit: Eine nachhaltige Mobilitätslösung für (fast) jedes Unternehmen

Die Vorteile von Carsharing liegen auf der Hand. Carsharing ist umweltfreundlich, nachhaltig, flexibel, effizient und transparent. Ungeachtet der Kosten lohnt sich Carsharing für Unternehmen als nachhaltige Mobilitätslösung also in jedem Fall – egal ob öffentliches Carsharing, Corporate Carsharing oder Poolcar-Sharing.

Ob sich Carsharing für Unternehmen auch finanziell rechnet und am Ende dadurch Kosten reduziert werden können, hängt aber vom tatsächlichen Nutzungsverhalten und Mobilitätsbedarf eines Unternehmens ab. Wir empfehlen daher nach Möglichkeit immer einen vollständigen Kostenvergleich nach dem Total Cost of Mobility Prinzip durchzuführen, bevor sie Carsharing im Unternehmen einführen. Achten Sie hierbei auch auf indirekte Kosten, die durch die eigene Verwaltung und das Fuhrparkmanagement entstehen und betrachten Sie ebenfalls zukünftige Kosten für CO2-Emissionen sowie deren Vermeidung.

Bei Fragen, Feedback und Anregungen zum Thema Carsharing für Unternehmen freuen wir uns über Kommentare oder eine persönliche Kontaktaufnahme.

Schreibe einen Kommentar